Hier sind die Berichte vom Kirchentag in Dresden
Jenny Jones aus Bournemouth schreibt:
My third time participating in a ‘Kirchentag’ and I can thoroughly recommend it as a mini-holiday every two years. Like any holiday you can see the sights, soak up the atmosphere, relax and recharge your batteries ready for returning to your ‘Alltag’. So it was that I viewed the city of Dresden from high up in the dome of the ‘Frauenkirche’, feasted my eyes on the Old Masters collection in the ‘Zwinger’ and enjoyed a leisurely meal on the beer terrace of one of the ‘Elbschloesser’ on the north bank, again with lovely views of the ‘Altstadt’.
Besonders beeindruckend für mich war die Anwesenheit so vieler Teilnehmer aus Mittel- und Osteuropa, und auch dass die Jugend so stark vertreten war.
Einige Höhepunkte (in chronologischer Anordnung):
das Herrnhuter Liebesmahl, denn die Herrnhuter haben einen großen Einfluss auf den englischen Protestantismus vor allem durch Wesley ausgeübt, und ich erhalte die Losungen per Mail;
der Markt der Möglichkeiten;
der lutherische-baptistische Dialog über die Taufe, wobei man an 3 verschiedenen Tischrunden teilnahm;
Zerrissene Christenheit im nazional-sozialistischen Deutschland;
Heilkunst auf der Grenze von Leben und Tod mit der darauf folgenden Veranstaltung : Überleben in Grenzsituationen, besonders das Kabarett von Pfarrer Rainer Schmidt, Kontergankind, der sehr witzig und selbstironisch von seinen Erfahrungen erzählte und auch die Heilung des blinden Bartimaeus sehr lebhaft und provozierend darstellte.
Alles in allem fand ich meinen ersten Kirchentag ein ausserordentliches und sehr wertvolles Elebnis und ich freue mich schon auf Hamburg 2013.
An Englishman at the Kirchentag (Bernard Lane):
Why would an Englishman go to the Kirchentag ? At first glance, even the thought of taking such a trip must appear worrying, even frightening. Going to a Church Conference ? And in Germany ? But, after visits to Kirchentags in Bremen, Munich, and Dresden, I write to make the case for even totally non-religious English people taking the plunge into the fascinating world of Kirchentag.
The English are renowned across Europe for being careful with their travel money. And therein lies the first attraction. The Kirchentag is not expensive. There are many low cost flights to Germany. The Kirchentag fee is good value – especially if you are a pensioner. You will get friendly accommodation provided in a family at no cost to you. And you will be given a travel card to travel free of charge anywhere in the wider city region you are visiting by train, tram or bus. And, if you have not been to Germany for a while, it is worth mentioning that you can eat well and more cheaply there than in most other European countries this side of the former iron curtain.
What about the language ? Must an Englishman pray in German ? No – there are services in English, some even conducted by English bishops. And you need not go to church even during the Kirchentag. But what about the conference proceedings ? Many of those are either in English or have simultaneous translations. Are the sessions all about the Bible and the deeply mysterious inner workings of the church ? No – many are about exciting political, social and environmental questions. And the speakers usually include well informed people – the Bundeskanzler usually turns up to speak: in Dresden this year I also enjoyed a good debate between Germany’s Defence Minister and an opponent of his policies in Afghanistan. Then, there are dozens and dozens of stalls for you to visit, to talk to people about the issues of international aid, nuclear power, climate change, looking after senior citizens, health care, and one hundred and one other questions. Many stalls have tasty free snacks. There are concerts, films, performance and singing.
Finally, there is one quite remarkable feature. People. The Kirchentag seems to attract so many very nice people – from Germany, Europe and around the world. They are almost all keen and happy to speak to you – on the trams, in the streets, in the Kirchentag itself. It gives you faith in the human race again.
SO – watch out for details of Hamburg 2013. You might even find yourself going there – and enjoying it.
Für mich war es der 6. Kirchentag seit 2003. Warum weiß ich schon heute, dass ich ganz bestimmt wieder am nächsten Evangelischen Kirchentag in zwei Jahren (in Hamburg) teilnehmen möchte?
Es beginnt mit der Anmeldung, dann erhält man die Adresse einer deutschen Gastfamilie, die großzügig Kirchentagsgäste in ihr Heim aufnimmt, dann bekommt man das 2, 5 cm dicke Kirchentagsprogramm (und eine gekürzte Version auf Englisch), einen Stadtplan, incl. sämtlicher Kirchentagsprogrammorte, eine Karte des Öffentlichen Verkehrsnetzes etc.und die „Dauerkarte“- Eintrittskarte zu sämtlichen Veranstaltungen und Ausweis zur kostenlosen Benutzung aller Verkehrsmittel in der Stadt und im weiteren Umkreis.
Die Vorfreude beginnt mit dem Studieren des dicken Programmheftes, dem Planen eines persönlichen „Stundenplans“-der schier unmöglich erscheinenden Aufgabe, unter so unendlich vielen zur gleichen Zeit stattfindenden Veranstaltungen auswählen zu müssen…aber schließlich gelingt es, einen Plan für jeden Tag und Abend zusammenzustellen, – immer mit der Möglichkeit, flexibel und schnell umzuplanen, wenn es heißt: „Halle überfüllt“ oder wenn in der täglich erscheinenden Kirchentagszeitung eine Änderung/ Neuaufnahme im Programm angezeigt wird oder, wenn man sich einfach für ein bißchen Ruhe/Abwechslung oder eine Stunde im Café entscheidet…
Wir-mein Mann war schon zum drittenmal dabei-hatten es wieder sehr gut mit der Privatunterkunft getroffen – wir wurden herzlichst empfangen. Ein guter Anfang! Auch das herrliche Wetter in Dresden trug zu einer für mich unvergeßlich erlebnisreichen, anregenden, beglückenden Zeit bei:
Die Gottesdienste im Freien und in Kirchen – meist in der historischen Altstadt-, (auch in der wiederaufgebauten geschichtsträchtigen Frauenkirche), die Bibelarbeiten in riesigen, bis auf den letzten Platz gefüllten Messehallen, – erstaunlich bequem auf stabilen Papphockern sitzend, mit 100en von Gleichgesinnten jeglichen Alters fröhlich neue und alte Kirchenlieder singend – die erstklassigen Konzerte mit klassischer Chor-und Instrumentalmusik (J.S. Bach z.B. lebte und arbeitete in Sachsen), das Teilnehmen an Podiumsdiskussionen und Vorlesungen von Politikern – einschließlich der Möglichkeit, selbst Fragen zu stellen und beantwortet zu wissen (Bundeskanzlerin, Verteidigungsminister), das geplante und zufällige Zusammentreffen mit Freunden,–das Kennenlernen vieler (z.T. in jahrelangen Bemühungen wiederaufgebauter historischer Sehenswürdigkeiten dieser auf beiden Seiten der Elbe liegenden „Perle der Architektur, des Florenz’ des Nordens“, die Fahrten in die weitere Umgebung, in die „Sächsische Schweiz“, die interessanten Gespräche mit freundlichen, interessierten, hilfsbereiten Einheimischen- auf „Sächsisch“- und mit anderen Kirchentagsteilnehmern aus allen Teilen Deutschlands und aus aller Welt, -besonders auch aus Osteuropa- die Offenheit der Stadt, über 120 000 zusätzliche Besucher/-innen in ihrer Mitte willkommenzuheißen, dies und Vieles mehr trug zu einer für mich außerordentlich bereichernden, beglückenden Zeit bei: Ich wünsche mir, Vieles davon in meinem Alltag hier „in meinem Herzen zu bewahren“.
Vielleicht habe ich auch bei Ihnen ein wenig Lust und Neugierde auf den nächsten Evangelischen Kirchentag in zwei Jahren in Hamburg erweckt!
Ein Lichtermeer am Abend
der Begegnung und ein Taize-Gottesdienst bei Kerzenlicht.
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Dr. Eckart von Hirschhausen lädt zu seiner Bibelauslegung ein. Mit viel Glück und zwei Stunden Anstehen gelangen wir in die überfüllte Messehalle. Spricht der Arzt oder der Comedian? Er beginnt mit einem Kommentar zum Kirchentagshemd, der alle zum Lachen bringt. Lachen ist gesund, erläutert Hirschhausen. So lachen wir immer wieder über seine Bemerkungen über unsere vergebliche Suche nach Glück. Umkehr, Umdenken ist leichter möglich, denke ich, wenn ich über mich lachen kann. Besonders berührt mich die Beobachtung, dass die meisten Menschen einem Freund unbezahlt helfen, während sie die gleiche Arbeit ablehnen, wenn sie dafür schlecht bezahlt werden. Geld macht wirklich nicht glücklich.
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Caritas Führer liest aus ihren Büchern. Ich kenne sie als Pfarrfrau, die in Saloniki lebt und sich dort für Flüchtlinge einsetzt. Doch ihre Bücher geben einen Einblick in die systematische Unterdrückung der Christen in der DDR, der mich nicht mehr loslässt. Nicht allen Menschen ist es damals schlecht gegangen, und die Übeltäter haben ihre Posten behalten, während sie zahlreichen Kindern die Zukunft verbauten. Ich verstehe, warum viele Menschen in Deutschland „die Linke“ ebenso ablehnen wie die Neonazis.
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Diskussion mit Margot
Käßmann über den Beitrag der Kirchen zur Überwindung von Gewalt und ein Gottesdienste mit Brot und Fisch
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Eine Großveranstaltung beschäftigt sich mit der Energiewende. Der Biologe und Theologe Günter Altner erinnert daran, dass man schon vor 30 Jahren wusste, dass die Risiken der Kernenergie nicht beherrschbar sind. Für eine umweltfreundliche Energieerzeugung müsste jetzt ein Anreiz für Investitionen geschaffen werden, und das setzt ein baldiges Verbot von Kernkraftwerken voraus. Die Sprecherin der Energieversorger hält jedoch die Kernenergie für weiterhin unverzichtbar. Bischof Gerhard Ulrich weist auf die Solaranlagen auf den kirchlichen Gebäuden hin und fordert dazu auf, aus dem christlichen Glauben Konsequenzen zu ziehen und sein Herz nicht an einen billigen Energiepreis oder an die Profite der Energieversorger zu hängen. Der Umweltminister hat seine Teilnahme leider abgesagt. So nimmt der frühere Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier den fast einstimmigen Aufruf der Versammlung entgegen, bis 2017 alle Kernkraftwerke abzuschalten und damit in Europa eine Zeichen der Verantwortung für die nächsten Generationen zu setzen. 120.000 Menschen feiern den Abschluss mit einem Gottesdienst an (und in) der Elbe. Leider erlaubt meine Rückreise nur ein kurzes Verweilen auf der Brücke. Doch der Gottesdienst begegnet mir am Bahnhofsvorplatz wieder – übertragen auf einen großen Monitor. Gemeinsam mit zahlreichen Bahnreisenden höre ich den Rat der Frankfurter Pfarrerin Ulrike Trautwein: „Lege dir ein Glückstagebuch an und halte darin alles fest, was du an gelingendem Leben in dieser schwierigen Welt erfährst; denn das Reich Gottes ist schon mitten unter uns.“
